Sozialtherapie
... in der Justizvollzugsanstalt Lingen
Sozialtherapie – Sicherheit stärken. Perspektiven schaffen.
Die sozialtherapeutischen Einrichtungen leisten einen zentralen Beitrag zum Schutz der Allgemeinheit. Ihr Ziel ist es, die Gefährlichkeit von Inhaftierten nachhaltig zu verringern und damit künftige Opfer zu verhindern.
Die Aufnahme in eine sozialtherapeutische Einrichtung sowie die Rahmenbedingungen der Behandlung sind gesetzlich geregelt (§§ 103–106 NJVollzG) und werden durch die niedersächsischen Ausführungsvorschriften konkretisiert. Grundlage ist ein modernes, wissenschaftlich fundiertes Behandlungskonzept, das internationale Erkenntnisse aus der Straftäterbehandlung einbezieht.
Im Mittelpunkt steht ein ganzheitlicher Ansatz: Verschiedene therapeutische Maßnahmen greifen gezielt ineinander. Dazu gehören unter anderem deliktorientierte Gruppenarbeit, individuelle Psychotherapie, soziales Training, alltagsnahes Lernen, sportliche Aktivitäten sowie eine strukturierte Entlassungsvorbereitung. Ziel ist es, die Inhaftierten zu befähigen, nach ihrer Entlassung ein straffreies Leben in sozialer Verantwortung zu führen.
Die Qualität der Behandlung wird durch regelmäßige Supervision sowie den fachlichen Austausch mit externen Experten und anderen Einrichtungen kontinuierlich weiterentwickelt.
In der öffentlichen Diskussion wird der Nutzen von Therapie im Justizvollzug gelegentlich infrage gestellt – insbesondere nach einzelnen Rückfällen. Dabei wird jedoch oft übersehen: Die Alternative wäre, auf Behandlung zu verzichten. Das würde bedeuten, Menschen unverändert aus der Haft zu entlassen – mit entsprechend höheren Risiken für die Gesellschaft.
Therapie kann Rückfälle nicht mit absoluter Sicherheit ausschließen. Was sie jedoch nachweislich leisten kann, ist eine deutliche Reduzierung der Rückfallgefahr. Genau darin liegt ihr entscheidender Beitrag für mehr Sicherheit.
Ein Restrisiko wird immer bestehen. Umso wichtiger ist es, alle verfügbaren Möglichkeiten zu nutzen, um dieses Risiko so gering wie möglich zu halten – verantwortungsvoll, professionell und auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse.
Eingangsbereich der Sozialtherapie
Artikel-Informationen
Ansprechpartner/in:
Frau Marion Katenbrink
Sozialtherapeutische Abteilung
Kaiserstraße 5
49809 Lingen
Tel: 0591/9161-0

