Die Abteilung Groß-Hesepe
Beschreibung, Grundsätze, Besonderheiten, Historisches usw.
Abteilung Groß Hesepe – Geschlossener Vollzug
Sicherheit, Verantwortung und Perspektiven
Die Abteilung Groß Hesepe der JVA Lingen ist eine Einrichtung des geschlossenen Vollzuges für erwachsene Männer. Mit ihren großzügigen Außenanlagen und den offenen Strukturen innerhalb der Vollzugshäuser bietet sie ein besonderes Umfeld für den Vollzug von Freiheitsstrafen.
Insgesamt stehen in den vier Vollzugshäusern 275 Haftplätze zur Verfügung. Die Unterbringung erfolgt in Einzel- und Gemeinschaftshafträumen.
Historie
Die Abteilung Groß Hesepe blickt auf eine lange Geschichte im niedersächsischen Justizvollzug zurück.
Zur JVA Lingen gehörten in früheren Jahren neben Groß Hesepe auch die Abteilungen Versen, Börgermoor und Rahmsloh. Während die Abteilungen Börgermoor und Rahmsloh im Laufe der Zeit geschlossen wurden, besteht der Standort Groß Hesepe bis heute.
Die Abteilung Versen wurde im Jahr 1981 verselbstständigt und ist heute als JVA Meppen eigenständig.
Zuständigkeit
Die Abteilung Groß Hesepe ist grundsätzlich für den geschlossenen Vollzug von männlichen Inhaftierten ab 25 Jahren zuständig. Hier werden entsprechend dem niedersächsischen Vollstreckungsplan zeitige Freiheitsstrafen vollzogen.
Aufgrund der derzeitigen Bauphase an der Abteilung Osnabrück / Kollegienwall werden in Groß Hesepe vorübergehend auch Untersuchungsgefangene aufgenommen. Hierfür stehen bis zu 50 Haftplätze für Untersuchungsgefangene ab dem 21. Lebensjahr zur Verfügung.
Diese vorübergehende Unterbringung ist an die aktuelle bauliche Situation angepasst und stellt keine dauerhafte Erweiterung der regulären Zuständigkeit der Abteilung Groß Hesepe dar.
Aufnahme und Belegung
Die Zuweisung der Inhaftierten zur Abteilung Groß Hesepe erfolgt über die Hauptanstalt der JVA Lingen. Im Rahmen des Aufnahme- und Zuweisungsverfahrens wird geprüft, welcher Vollzugsbereich für die jeweilige Person geeignet ist.
Bei der Entscheidung werden unter anderem folgende Aspekte berücksichtigt:
- die individuelle Vollzugs- und Behandlungssituation,
- die Art des Delikts,
- das Alter,
- die soziale und persönliche Situation,
- mögliche Alkohol- oder Suchtproblematiken sowie
- sicherheitsrelevante Aspekte.
Nach der Aufnahme erfolgt zunächst die Unterbringung in der Zugangsabteilung. Von dort aus wird im weiteren Verlauf geprüft, welchem Vollzugsbereich die betreffende Person unter Berücksichtigung der individuellen Voraussetzungen und des jeweiligen Unterstützungsbedarfs zugeordnet wird.
Dabei werden insbesondere die Gemeinschaftsfähigkeit und die Flucht- und Sicherheitsrelevanz berücksichtigt. Die Unterbringung erfolgt ausschließlich im Rahmen der jeweils geltenden rechtlichen und vollzuglichen Voraussetzungen.
Unterbringung
Die vier Vollzugshäuser verfügen insgesamt über 275 Haftplätze. Je nach den individuellen Voraussetzungen erfolgt die Unterbringung in Einzel- oder Gemeinschaftshafträumen.
Die Gestaltung der Vollzugshäuser ermöglicht unterschiedliche Formen des gemeinschaftlichen Zusammenlebens und schafft zugleich Räume für individuelle Rückzugsmöglichkeiten.
Ein besonderes Merkmal des Standortes ist die offene Gestaltung des Außengeländes. Die weitläufigen Grünflächen und parkähnlichen Bereiche prägen das Erscheinungsbild der Abteilung Groß Hesepe.
Freizeit und Besuch
Auch während des Vollzuges sind soziale Kontakte und eine sinnvolle Gestaltung der Freizeit wichtige Bestandteile des Alltags.
Die Abteilung Groß Hesepe bietet hierfür verschiedene Möglichkeiten und verfügt unter anderem über:
- großzügige Besuchsmöglichkeiten
- Möglichkeiten für Langzeitbesuche
- weitläufige, parkähnliche Grünanlagen
- Freizeitbereiche innerhalb der Vollzugshäuser
- offene und übersichtliche Strukturen innerhalb der einzelnen Vollzugshäuser.
Die Grünanlagen werden teilweise von Inhaftierten gepflegt und können im Rahmen der geltenden Regelungen genutzt werden. Dadurch besteht die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen und den Alltag aktiv mitzugestalten.
Ein besonderer Standort
Ein prägendes Merkmal der Abteilung Groß Hesepe ist das Zusammenspiel von geschütztem Vollzug und einer vergleichsweise offenen baulichen Gestaltung.
Das weitläufige Gelände verfügt nicht über eine durchgehend blickdichte Umwehrung in Form hoher Mauern. Die Gestaltung vermittelt dadurch ein großzügiges Raumgefühl und unterscheidet den Standort deutlich von klassischen, stark abgeschotteten Vollzugseinrichtungen.
Gleichzeitig gewährleisten die vorhandenen Sicherheits- und Kontrollstrukturen die für den geschlossenen Vollzug erforderlichen Rahmenbedingungen.
Behandlung und Vorbereitung auf die Zukunft
Der moderne Justizvollzug verfolgt nicht ausschließlich das Ziel der sicheren Unterbringung. Ein wesentlicher Bestandteil ist auch die Unterstützung der Inhaftierten bei der Auseinandersetzung mit ihrer persönlichen Situation und der Vorbereitung auf ein straffreies Leben nach der Entlassung.
Je nach individuellem Bedarf können dabei unterschiedliche Behandlungs-, Beratungs- und Unterstützungsangebote zum Einsatz kommen.
Die Kombination aus einem sicheren Vollzugsrahmen, strukturierten Tagesabläufen, sozialen Kontakten, Beschäftigung und individuellen Unterstützungsangeboten schafft die Grundlage dafür, persönliche Perspektiven weiterzuentwickeln und die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Wiedereingliederung zu verbessern.
Groß Hesepe – ein Standort mit besonderem Charakter
Die Abteilung Groß Hesepe verbindet Sicherheit und Struktur mit großzügigen räumlichen Bedingungen und einem besonderen Maß an Aufenthaltsqualität.
Mit ihren vier Vollzugshäusern, 275 Haftplätzen, weitläufigen Grünanlagen und vielfältigen Möglichkeiten zur Gestaltung des Vollzugsalltags ist Groß Hesepe ein wichtiger Bestandteil der JVA Lingen und des niedersächsischen Justizvollzuges.
