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Berufe im Justizvollzug

Die Beamtinnen und Beamten in der Laufbahngruppe 1, zweites Einstiegsamt.
Tätig im Vollzugs- und Verwaltungsdienst oder im Werkdienst.

Die Beamtinnen und Beamten in der Laufbahngruppe 2, erstes Einstiegsamt.
Tätig im Vollzugs- und Verwaltungsdienst; im Sozialdienst oder als Pädagogen.

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Die Beamtinnen und Beamten in der Laufbahngruppe 2, zweites Einstiegsamt.
Tätig im Vollzugs- und Verwaltungsdienst; im Psychologischen Dienst;
im Medizinischen Dienst oder als Pfarrer.

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I.

Beamter im allgemeinen Justizvollzugs- und Verwaltungsdienst

In der Justizvollzugsanstalt Lingen sind über 470 Bedienstete beschäftigt. Davon befinden sich ca. 350 im allgemeinen Justizvollzugsdienst.

Den Beamten des allgemeinen Justizvollzugsdienstes obliegt in den Anstalten neben der Mitwirkung bei der Behandlung und der Erziehung junger Gefangener, die unmittelbare Beaufsichtigung und Versorgung der Gefangenen. Die Beamten sind zum Tragen von Dienstkleidung verpflichtet und werden überwiegend im Wechselschichtdienst (Früh-, Spät- und Nachtdienst) eingesetzt. Die Vollzugsarbeit stellt hohe Anforderungen an die Fähigkeiten der Beamten des allgemeinen Justizvollzugsdienstes. Neben einem guten Allgemein- und Fachwissen wird von den Beamten erwartet:

  • Achtung der Würde aller Menschen
  • Toleranz gegenüber Minderheiten
  • soziales Verständnis
  • geistige Beweglichkeit
  • persönliche Initiative
  • Überzeugungskraft
  • Ausgeglichenheit und Toleranz

Dazu gehört insbesondere, dass die Bediensteten die alltäglichen und besonderen Probleme der Gefangenen erkennen und hierauf verstehend reagieren.

Deshalb geht jeder Anstellung eine umfassende Ausbildung voraus, die zum Ziele hat, vielseitig verwendbare Beamte auszubilden, die sich der freiheitlich demokratischen Grundordnung verpflichtet fühlen, und die nach ihrer Persönlichkeit sowie nach ihren allgemeinen fachlichen Kenntnissen und Fähigkeiten die Aufgaben des allgemeinen Justizvollzugsdienstes selbständig unter den besonderen Bedingungen des Justizvollzuges wahrnehmen können.

1. Tätigkeiten

Den Beamten des allgemeinen Justizvollzugsdienstes obliegen u.a.

1.1 im Stations- /Betreuungsdienst

  • Beteiligung bei der Aufnahme und Entlassung der Gefangenen
  • Mitwirkung bei der Behandlung, Beurteilung und Freizeitgestaltung der Gefangenen
  • Versorgung der Gefangenen
  • sichere Unterbringung der Gefangenen
  • Sorge für Ordnung und Sauberkeit in allen Räumen

1.2 im Werkdienst (siehe II.)

  • die Leitung von Arbeitsbetrieben
  • die Anleitung der Gefangenen in den Betrieben
  • die Koordination der Arbeitsabläufe
  • die Wartung und Überwachung der technischen Anlagen der Anstalten

1.3 im Krankenpflegedienst

  • die Betreuung, Beaufsichtigung und Versorgung der Gefangenen in den Krankenabteilungen und im Justizvollzugskrankenhaus
  • die Pflege erkrankter Gefangener

1.4 im Funktionsdienst

  • die Zubereitung der Speisen für die Gefangenen
  • die Verwaltung und Ausgabe von Gefangenenbekleidung und Lagerungsgegenständen
  • die Verwaltung der persönlichen Habe der Gefangenen
  • die Beschäftigung in entsprechenden Werkbetrieben

1.5 Darüber hinaus werden die Beamten des allgemeinen Justizvollzugsdienstes im Vorführ-, Transport-, Besuchs-, Kontroll-, Sicherheits- und Pfortendienst eingesetzt.

1.6 Des Weiteren können die Beamten des allgemeinen Justizvollzugsdienstes in verschiedenen Verwaltungsbereichen der Justizvollzugsanstalt eingesetzt werden (Vollzugsgeschäftsstelle, Zahlstelle etc.).

Die hier beschriebenen Tätigkeiten spiegeln nur einen kleinen Ausschnitt aus der Vielfalt des im Sicherungs-, Ordnungs- und Versorgungsbereiches anfallenden Aufgaben wider.
Der reibungslose Tagesablauf in einer Justizvollzugsanstalt hängt im Wesentlichen von der Tätigkeit der Mitarbeiter des allgemeinen Justizvollzugsdienstes ab. Die Beamten des allgemeinen Justizvollzugsdienstes sind in zunehmendem Maße bei der Gestaltung und Umsetzung angebotener Behandlungsmaßnahmen gefordert. Dieses versetzt sie in die Lage, einen bedeutenden Beitrag zur positiven Beeinflussung der Gefangenen zu leisten.

2. Einstellungsvoraussetzungen
  • die deutsche Staatsangehörigkeit oder die Staatsangehörigkeit eines anderen Mitgliedstaates der EU nachweisen oder eines anderen Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder eines Drittstaates, dem Deutschland und die Europäische Union vertraglich einen entsprechenden Anspruch auf Anerkennung von Berufsqualifikationen eingeräumt haben.
  • jederzeitiger Eintritt für die freiheitlich demokratische Grundordnung .
  • Alter: mindestens 20 Jahre, höchstens 39 Jahre am Tag der Einstellung (als Schwerbehinderte/-r das 45. Lebensjahr) noch nicht vollendet haben oder sich aufgrund tatsächlicher Kinderbetreuungszeiten an einer Bewerbung gehindert gesehen haben, jedoch nicht älter als 46 Jahre sind (die Altersgrenze gilt nicht für Inhaber eines Eingliederungs- oder Zulassungsscheins und für Bewerber, die die Voraussetzungen des § 7 Abs. 2 des Soldatenversorgungsgesetzes erfüllen).
  • eine Realschule erfolgreich besucht oder die Hauptschule und eine förderliche Berufsausbildung oder eine Ausbildung in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis erfolgreich abgeschlossen haben oder einen als gleichwertig anerkannten Bildungsstand nachweisen.
  • körperlich, geistig und charakterlich für die Aufgaben des Justizvollzuges in der o.g. Laufbahngruppe geeignet sind.
  • 3. Bewerbung

    3.1 Zu diesem Thema wählen Sie bitte das Menü "Aktuelles / Stellenausschreibung"

    4. Ausbildung

    4.1 Die Bewerber werden als Beamte auf Widerruf mit dem Ziel der lebenslangen Verwendung eingestellt. Sie führen die Amtsbezeichnung Obersekretäranwärter/-in im JVD.
    Sie erhalten während der Ausbildung Anwärterbezüge und einen Anwärtersonderzuschlag. Während der Ausbildung ergibt sich ein Gesamtbruttogehalt von ca. 1.655,00 € (Stand 2015). Falls Sie verheiratet sind und / oder Kinder haben, wird darüber hinaus ein individueller Familienzuschlag ausgezahlt. Es erfolgen keine Abzüge für die Renten- oder Arbeitslosenversicherung.

    4.2 Die Ausbildung dauert zwei Jahre. Durch sie soll der Anwärter befähigt werden, in Zusammenarbeit mit den anderen Justizvollzugsbediensteten seine Aufgaben selbständig und verantwortungsbewusst zu erfüllen.

    4.3 Die Ausbildung gliedert sich in

    • die berufspraktische Einführung (1 Monat).
    • den Grundlehrgang am Bildungsinstitut des niedersächsischen Justizvollzuges in Wolfenbüttel (80 Unterrichtstage).
    • die berufspraktische Ausbildung (ca.14 Monate).
    • den Fachlehrgang am Bildungsinstitut des niedersächsischen Justizvollzuges in Wolfenbüttel (80 Unterrichtstage).
    • in der berufspraktischen Ausbildung wird der Anwärter für einen Monat an eine andere Justizvollzugsanstalt abgeordnet.

    4.4 Prüfung

    • am Ende der Ausbildung hat der Anwärter eine Prüfung abzulegen. Sie besteht aus vier schriftlichen Prüfungsarbeiten und einem mündlichen Teil.
    • nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung und bestandener Prüfung wird der Anwärter in der Regel in das Beamtenverhältnis auf Probe übernommen.
    5. Laufbahn (Aufstiegsmöglichkeiten)

    5.1 Nach erfolgreich abgeleisteter Probezeit (im Regelfall 3 Jahre) erfolgt die Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit.

    5.2 Die Besoldung erfolgt nach dem Bundesbesoldungsgesetz mit allen Sozialleistungen des öffentlichen Dienstes. In der Laufbahn des allgemeinen Justizvollzugsdienstes gibt es 4 Besoldungsstufen:

    • Obersekretär i. JVD A 7
    • Hauptsekretär i. JVD A 8
    • Amtsinspektor i. JVD A 9
    • Amtsinspektor i. JVD A 9 + Zulage

    Es besteht die grundsätzliche Möglichkeit, für bestimmte Verwendungsbereiche in die Laufbahn der Laufbahngruppe 2 übernommen zu werden (Verwendungsaufstieg).

    5.3 Beförderungen werden nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung vorgenommen, soweit entsprechende Planstellen zur Verfügung stehen.

    II.

    Beamter im Werkdienst

    1. Tätigkeit
    Den Beamten des Werkdienstes im Justizvollzug obliegen die berufliche Ausbildung von Gefangenen in Lehrbetrieben und Umschulungslehrgängen, sowie die Leitung von handwerklich ausgerichteten Eigenbetrieben in den Justizvollzugsanstalten. Nr. I. 1.2 gilt entsprechend.
    2. Einstellungsvoraussetzungen
    In die Laufbahn des Werkdienstes kann eingestellt werden, wer
    1. die Voraussetzungen für die Ernennung zum Beamten erfüllt,
    2. am Einstellungstag das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet hat,
    3. die Meisterprüfung eines Handwerks (§ 46 der Handwerksordnung) oder eine Meisterprüfung in Ausbildungsberufen der Landwirtschaft (§ 81 des Berufsbildungsgesetzes) abgelegt hat.

    Bei der Altrshöchstgrenze gibt es Ausnahmen (siehe Punkt 2). Einzelheiten werden auf Anfrage mitgeteilt.

    3. Bewerbung
    Wenn Sie interessiert sind, bewerben Sie sich bei der Justizvollzugsanstalt, die am gewünschten Einstellungsort liegt. Der Meisterbrief ist den Bewerbungsunterlagen beizufügen.
    4. Ausbildung
    Sie werden zunächst als technischer Angestellter eingestellt.
    Nach einer dreimonatigen Einführungszeit nehmen die Beschäftigten an einem Grundlehrgang (80 Tage) für den allgemeinen Justizvollzugsdienst am Bildungsinstitut des niedersächsischen Justizvollzuges in Wolfenbüttel teil. Danach werden sie in den Werkbetrieben der Justizvollzugsanstalt eingesetzt.
    Nach einem Jahr werden sie unter Berufung in das Beamtenverhältnis auf Probe zum Oberwerkmeister im JVD ernannt.
    5. Laufbahn, Aufstiegsmöglichkeiten
    In der Laufbahn des Werkdienstes gibt es folgende Besoldungsstufen:
    • Oberwerkmeister i. JVD A 7 W
    • Hauptwerkmeister i. JVD A 8 W
    • Betriebsinspektor i. JVD A 9 W
    • Betriebsinspektor i. JVD A 9 W + Zulage

    Nr . I. 5.3 gilt entsprechend.

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